Helles Badezimmer mit drehbarem Duschhocker in der Dusche und klappbarem Stützgriff neben der Toilette
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Sturzfallen zu Hause: So wird deine Wohnung Raum für Raum sicherer

Die meisten Stürze passieren nicht auf Glatteis, sondern in den eigenen vier Wänden: auf dem Weg zur Toilette in der Nacht, beim Aussteigen aus der Dusche, über eine Teppichkante, die seit Jahren dort liegt. Fachstellen wie das Robert Koch-Institut gehen davon aus, dass etwa jede dritte Person über 65 mindestens einmal im Jahr stürzt.

Das ist kein Grund zur Angst, aber ein guter Grund für einen Rundgang. Viele Sturzfallen lassen sich mit wenig Aufwand entschärfen, ohne Umbau und ohne Handwerker. Geh einfach mit diesem Beitrag Raum für Raum durch deine Wohnung.

Warum Licht die halbe Miete ist

Mit den Jahren brauchen die Augen mehr Licht und mehr Zeit, um sich an Dunkelheit zu gewöhnen. Wer nachts aus einem dunklen Schlafzimmer in einen dunklen Flur geht, sieht Schwellen, Hausschuhe oder einen Wäschekorb oft erst, wenn es zu spät ist. Deshalb steht Licht ganz oben auf jeder Liste.

Die einfachste Lösung sind Leuchten, die von selbst angehen. Ein Nachtlicht mit Bewegungsmelder schaltet sich nur im Dunkeln ein, sobald du dich bewegst, und hält mit Magnet und Klebepad, ganz ohne Bohren und Steckdose. Für Abstellraum, Treppenabsatz oder Kleiderschrank, wo die Deckenlampe fehlt, gibt es die Akku-Deckenleuchte mit Bewegungsmelder, die ebenfalls ohne Elektriker auskommt.

Flur und Treppe: der Weg, den du am häufigsten gehst

Im Flur sammelt sich, was sonst nirgends Platz hat: Schuhe, Taschen, das Paket für die Nachbarin. Genau das macht ihn zur Stolperfalle.

  • Halte den Boden frei. Schuhe gehören ins Regal, nicht davor.
  • Kleine Läufer und Teppiche entweder entfernen oder mit Antirutsch-Unterlage und flachen Kanten sichern.
  • Kabel von Lampen oder Telefon an der Wand entlangführen, nie quer durch den Raum.
  • An der Treppe hilft ein Handlauf auf beiden Seiten, und die erste und letzte Stufe sollten gut zu erkennen sein, zum Beispiel mit einem kontrastreichen Streifen.
  • Den Lichtschalter so erreichen, dass du nie im Dunkeln bis zur Lampe laufen musst.

Das Badezimmer: nass, eng und hart

Im Bad kommen gleich mehrere Risiken zusammen: glatte Fliesen, nasse Füße, wenig Platz und harte Kanten. Gleichzeitig ist es der Raum, in dem man sich am meisten bückt, dreht und auf einem Bein steht. Hier lohnen sich ein paar Hilfen, die mehr Halt geben.

Ein drehbarer Duschhocker erlaubt dir, im Sitzen zu duschen, die Haare zu waschen oder die Füße zu pflegen, ohne auf einem Bein zu balancieren. Neben der Toilette gibt ein klappbarer Stützgriff mit Stützfuß beim Hinsetzen und Aufstehen sicheren Halt; seine nachleuchtenden Ringe helfen, ihn auch nachts zu finden. Wenn du ihn nicht brauchst, klappst du ihn an die Wand.

  • Rutschfeste Matten in der Dusche und davor, die auch nass nicht wegrutschen
  • Handtuch und Bademantel in Reichweite, damit du nicht nass durch den Raum gehen musst
  • Duschgel und Shampoo auf Griffhöhe statt auf dem Boden der Dusche

Schlafzimmer: sicher durch die Nacht

Viele Stürze passieren auf dem Weg vom Bett zur Toilette. Man ist schläfrig, der Kreislauf ist noch langsam, und das Licht ist aus. Drei Dinge machen diesen Weg deutlich sicherer.

  • Licht ohne Suchen: Eine Nachttischlampe mit Touch und Fernbedienung schaltest du mit einer Berührung ein, bevor du aufstehst.
  • Langsam aufstehen: Setz dich erst einen Moment auf die Bettkante, bevor du losgehst.
  • Freier Weg: Kein Wäschekorb, keine Hausschuhe und keine Teppichkante zwischen Bett und Tür. Ein Nachtlicht im Flur zeigt dir den Rest des Weges.

Küche: nichts mehr von oben holen

In der Küche lauert die Gefahr oft über dem Kopf. Wer auf einen Stuhl steigt, um an das obere Fach zu kommen, riskiert einen der schwersten Stürze im Haushalt. Räume deshalb alles, was du täglich brauchst, in die Fächer zwischen Hüfte und Augenhöhe. Für Seltenes ist ein stabiler Tritt mit Haltebügel die bessere Wahl als jeder Stuhl.

Auch Kraft spielt eine Rolle. Wer mit einem festsitzenden Glas kämpft, steht oft ungünstig und gerät leichter aus dem Gleichgewicht. Ein verstellbarer Deckelöffner nutzt einen langen Griff als Hebel und nimmt dir diese Mühe ab. Verschüttetes Wasser oder Öl wischst du am besten sofort auf.

Wenn doch etwas passiert

Kein Zuhause ist völlig sturzsicher. Umso wichtiger ist, dass im Ernstfall schnell Hilfe kommt. Trag dein Telefon bei dir, auch in der Wohnung, oder lege es an einen festen Platz in Bodennähe. Ein Hausnotruf kann sinnvoll sein, wenn du allein lebst.

Hilfe muss auch hineinkommen. Mit einem Schlüsselsafe mit Zahlencode an der Wand gelangen Familie, Nachbarn oder der Pflegedienst ins Haus, ohne dass jemand die Tür aufbrechen muss oder du zur Tür eilen musst. Und damit Helfer drinnen wissen, wen sie anrufen sollen, lohnt sich ein gut sichtbarer Notfallordner.

Wenn du schon einmal gestürzt bist, dir öfter schwindelig wird oder du dich unsicher auf den Beinen fühlst, sprich mit deiner Hausarztpraxis darüber. Auch Medikamente können eine Rolle spielen. Das ist keine Kleinigkeit, und es ist keine Schwäche, danach zu fragen.

Unterstützung von außen: Wohnberatung und Pflegekasse

Du musst den Rundgang nicht allein machen. In vielen Städten gibt es Wohnberatungsstellen, die kostenlos oder günstig zu dir nach Hause kommen und zeigen, was sich verbessern lässt. Auch der Pflegestützpunkt in deiner Nähe berät neutral und ohne Kosten.

Wenn ein Pflegegrad vorliegt, kann die Pflegekasse Umbauten wie eine bodengleiche Dusche oder zusätzliche Haltegriffe bezuschussen, nach § 40 Abs. 4 SGB XI mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme (Stand 2026). Stell den Antrag am besten, bevor die Handwerker kommen, und lass dir die Voraussetzungen für deinen Fall von der Pflegekasse bestätigen.

Dein Rundgang in zehn Minuten

Nimm dir heute zehn Minuten und geh einmal mit offenen Augen durch deine Wohnung, am besten abends bei der Beleuchtung, die du nachts wirklich hast. Notiere jede Stelle, an der du zögerst. Oft sind es zwei oder drei Kleinigkeiten, die den größten Unterschied machen. Leuchten, Haltegriffe und Alltagshelfer für ein sichereres Zuhause findest du in unserem Shop.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierungshilfe und ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Beratung durch Pflegekasse oder Wohnberatung.

Quellen: Robert Koch-Institut (Gesundheitsberichterstattung, Stürze im Alter) · § 40 Abs. 4 SGB XI (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen) · Bundesministerium für Gesundheit. Stand: Oktober 2026.

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